Dieses Jahr schreibe ich meinen ersten Jahresrückblick und finde es erstaunlich, wie viel da wirklich passiert ist. 2025 war für mich ein Jahr der Bewegung. Kein ruhiges Dahingleiten, kein klarer Plan von Anfang an, sondern ein ständiges Rauf und Runter. Rückblickend fühlt es sich an wie eine Achterbahnfahrt: mit Momenten von Aufbruch, Klarheit und Freude – und genauso mit Unsicherheit, Zweifel und innerem Ringen. Adrenalin, Bauchkitzeln und leichter Schwindel bei der Zieleinfahrt eben.
Mein Wort des Jahres war Wachstum. Damals noch eher ein Wunsch, heute eine Erfahrung. Nicht Wachstum im Sinne von höher, schneller, weiter, sondern Wachstum als Prozess. Als etwas, das entsteht, wenn man sich auf den Weg macht, Entscheidungen trifft, sie wieder hinterfragt und trotzdem weitergeht.
Dieses Jahr hat mich immer wieder an denselben Kern zurückgeführt: Was will ICH eigentlich? Für mich persönlich, meine Familie und für die Kinder und Familien aus dem Schulumfeld, die mir am Herzen liegen.
Wie kann Leben – vor allem für Familien, in denen Schule den Alltag stark bestimmt – leichter werden?
Wie kann Lernen wieder mit Freude verbunden sein, statt mit Druck?
Und wie können Eltern ihre Rolle so gestalten, dass Schule nicht alles dominiert, sondern eingebettet bleibt in Beziehung, Familienzeit und Vertrauen?
Ich habe losgelassen, aufgebaut, ausprobiert. Ich habe Dinge zum ersten Mal gemacht, Sicherheiten hinter mir gelassen und gemerkt, wie viel sich unterwegs fügt. Rückblickend sehe ich: Ich habe mir in diesem Jahr viele der Eigenschaften und Kenntnisse angeeignet, die ich als Coach und Selbstständige brauche – nicht nur durch Theorie, sondern auch durch Erfahrung.
Meine Themen und Highlights in 2025
Raus aus dem Beamtentum und rein in die Selbständigkeit!
Der Schritt aus dem Beamtentum war einer der tiefgreifendsten Prozesse dieses Jahres. Nicht, weil er plötzlich kam, sondern weil er sich über viele Jahre innerlich angebahnt hat. Ich war mehr als zwanzig Jahre Lehrerin. Ein Beruf, den ich mit Herzblut ausgeübt habe und der lange Zeit genau der richtige Platz für mich war. Gerade in herausfordernden Phasen – insbesondere während der Corona-Zeit – war es mir ein großes Anliegen, Kindern Stabilität, Verlässlichkeit und einen sicheren Rahmen zu geben. Das war für mich einer der Gründe, warum ich trotz wachsender innerer Erschöpfung und oftmals gegen meine eigenen Werte lebend, weitergemacht habe.
Als ich mich für die Elternzeit entschieden habe, war das ein bewusster Ausstieg ohne zu wissen, was kommen könnte. Und doch habe ich relativ schnell gemerkt, wie groß die Erleichterung war, nicht mehr täglich in die Schule zu gehen. Erst mit diesem Abstand wurde mir bewusst, unter welchem dauerhaften Druck ich gestanden hatte. Jeder einzelne Besuch in meiner ehemaligen Klasse und Schule hat mir gezeigt: Ich freue mich, Kolleginnen und Kinder zu sehen – und bin gleichzeitig erleichtert, wieder gehen zu können. Diese Ambivalenz war für mich ein wichtiges Signal.
Ich habe mich sehr bewusst gefragt, ob es innerhalb des Systems andere Wege für mich geben könnte. Mein Wunsch war es, Schule anders zu begleiten: als Naturpädagogin, mit regelmäßigen Waldtagen, als Ergänzung und Entlastung für Lehrkräfte, als zusätzlicher Erfahrungsraum für Kinder. Ich habe erlebt, wie wertvoll genau solche externen Impulse sind – etwa im Jugendwaldheim – und wie sehr Kinder davon profitieren, andere Bezugspersonen und andere Lernorte zu erleben. Die Rückmeldungen aus Schulen waren grundsätzlich positiv, der Bedarf war da. Und trotzdem ließ sich kein tragfähiges Modell umsetzen. Die Antwort auf meine Frage nach Alternativen wurde sinngemäß so beantwortet: Solange Lehrermangel herrscht, seien solche Ideen zwar schön, aber nicht umsetzbar.
Hinzu kam die Erkenntnis, dass ein Wechsel an eine andere Schule oder in ein alternatives Schulkonzept realistisch kaum möglich gewesen wäre. Versetzungen sind komplex, schulamtsgebunden und gerade in Zeiten von Personalmangel wenig gewollt. Immer deutlicher wurde mir: Das System, so wie es aktuell aufgebaut ist, bietet wenig Raum für individuelle Wege – weder für Kinder noch für Eltern noch für Lehrkräfte.
Auch der Versuch, mir während der Elternzeit über eine Tätigkeit als Vertretungslehrkraft zumindest ein Teil-Einkommen zu sichern, scheiterte – woran, weiß ich bis heute nicht, aber es hat mich ermüdet und ich habe es als Zeichen dafür gesehen, dass dieser Weg hier für mich endet.
Der Abschied vom Beamtentum war deshalb kein impulsiver Schritt, sondern eine klare innere Entscheidung. Und ja, er war mutig. Ohne meinen Mann und seine finanzielle Unterstützung wäre dieses Jahr für uns als Familie deutlich schwieriger geworden. Diese Entscheidung haben wir gemeinsam getragen. Und genau das hat sie möglich gemacht. Ich bin ihm sehr dankbar dafür!
Was für mich rückblickend besonders wichtig ist: Diese Entscheidung hat sich keinen einzigen Moment falsch angefühlt. Auch nicht mit dem Wissen, dass ich meinen Herzensjob hinter mir lasse. Ich trauere nicht um das Unterrichten an sich, sondern um ein System, das aus meiner Sicht viele Menschen aufreibt – engagierte Lehrkräfte ebenso wie Kinder und Eltern.
Heute weiß ich: Der Ausstieg aus dem Beamtentum war kein Weg weg von etwas, sondern ein Weg hin zu etwas Neuem. Hin zu Selbstständigkeit, Gestaltungsfreiheit und der Möglichkeit, Familien auf eine andere Weise zu begleiten. Nicht innerhalb eines Systems, sondern ergänzend dazu. Mit dem Blick auf das Ganze: auf das Kind, die Familie, das Lernen und das Leben darum herum.
Dieser Schritt war einer der größten dieses Jahres. Und er hat den Raum geöffnet für alles, was danach entstehen durfte.


Mentoring, Begleitung und ein Netz, das trägt
Schon in der Elternzeit war mir sehr schnell klar: Den Weg in die Selbstständigkeit kann und will ich nicht alleine gehen. In meinem direkten Umfeld gibt es nur wenige Menschen, die selbstständig arbeiten oder sich ein Online-Business aufbauen. Begriffe wie Funnel, Copywriting, Newslettergestaltung, Customerjourney, Kundenavatar, Archetypen und viele weitere mehr, hörten sich für mich an wie vom anderen Stern. Deshalb wollte ich Klarheit und Unterstützung und andere Menschen, denen es genauso ging.
Ich startete deshalb mit einem Mentoring innerhalb der Fortune Family. Dort habe ich erstes Wissen erlangt und in den Gruppenchallenges die ersten Versuche im Onlinebereich gemeistert. Aus dieser Zeit sind einige Freundschaften entstanden und das Wissen: Ich bin nicht alleine auf diesem Weg. Dabei ging es in den persönlichen Gesprächen nicht nur um Strategien, sondern um persönliches Wachstum, um Zweifel, um Fragen, die man nicht in jeder Gruppe stellt. Diese Nähe war und ist für mich ein großer Schatz.
Ein weiterer wichtiger Baustein auf meinem Weg war die Begleitung durch Lisa Kosmalla und Theresa Ehsani. Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten, zwei unterschiedliche Schwerpunkte – und genau deshalb so wertvoll. Hier ging es sehr konkret um meinen Businessaufbau, um Positionierung, um Sichtbarkeit, aber auch um innere Blockaden. Mir zu erlauben, mir Wissen und Erfahrung einzukaufen, war ein großer Schritt. Gerade aus einer Beamtenlogik heraus, in der Weiterbildung zwar stattfindet, aber selten in dieser persönlichen Intensität.

Heute fällt mir Investieren allgemein und in mein Wissen deutlich leichter. Nicht, weil es mich keine Überwindung mehr kostet, sondern weil ich erfahren habe, dass es mir immer etwas bringt. Wissen, Erfahrung und persönliche Entwicklung sind das Einzige, was bleibt – unabhängig davon, wie sich Wege verändern.
Ein weiterer Raum, der mich sehr getragen hat und immer noch stärkt, ist die Lerngruppe, die im Rahmen meiner Coaching-Ausbildung an der Akademie für Familiencoaching entstanden ist. Der Moment, im Februar gemeinsam mit dieser Gruppe das erste persönliche Treffen zu erleben und gemeinsam am Transformationswochenende teilzunehmen, war für alle von uns etwas ganz Besonderes. Nach so viel Online-Lernen plötzlich zusammenzukommen, Gesichter, Stimmen und Geschichten live zu erleben, hat unsere Verbindung weiter gestärkt. Unsere Gruppe trifft sich weiterhin fast wöchentlich und ich bin sehr dankbar für diesen gemeinsamen Weg auch lange nach der Ausbildung. Kirsten, Marleen und Irina sind wundervolle Coaches und wir arbeiten mit der gleichen Ausbildung in unterschiedlichen Bereichen. Grandios!


Einen gemeinsamen Weg habe ich auch mit 3 Lehrerinnen, die ich online, bei Andreas Reinke und seinem Relationship kennengelernt habe. Hier habe ich Frauen gefunden, die echtes Interesse am Leben der anderen haben, die zuhören, Feedback geben und sich gegenseitig unterstützen – nicht aus Pflicht, sondern aus Verbundenheit. In diesen Räumen durfte ich nicht nur nehmen, sondern auch geben. Und genau darin liegt für mich ein großer Wert. Miriam, Loredana und Simone: ihr seid großartig!
All diese Formen von Begleitung haben mir eines sehr deutlich gezeigt: Es gibt nicht die eine richtige Art von Mentoring. Es gibt unterschiedliche Formate, unterschiedliche Intensitäten und unterschiedliche Phasen. Und man darf sich Zeit nehmen herauszufinden, was einem wirklich weiterhilft. Für mich war dieses Netz aus Gruppen, Einzelbegleitung und gemeinsamer Entwicklung ein tragendes Fundament.
Aus dieser Erfahrung heraus ist auch mein Wunsch entstanden, selbst einen Raum für Mütter zu schaffen – einen Ort der Vernetzung, der Offenheit und der gegenseitigen Stärkung. Einen Raum, in dem man nicht alles alleine tragen muss, sondern von den Erfahrungen anderer profitieren darf. Denn oft sind es nicht nur die eigenen Erkenntnisse, sondern das Zuhören bei anderen, das Antworten bringt und Mut macht, den nächsten Schritt zu gehen. Diese Idee möchte ich in 2026 umsetzen.
Dranbleiben statt durchstarten – Lernen als Haltung
Nach all den Entscheidungen, Abschieden und neuen Räumen wurde mir in diesem Jahr sehr deutlich, wie sehr Lernen mein Leben prägt – und wie sehr sich mein Verständnis davon verändert hat. Nicht als etwas, das man abschließt, sondern als etwas, das mitgeht. Still, regelmäßig, manchmal unscheinbar, aber wirksam.
Ein gutes Bild dafür ist mein Duolingo-Streak. Seit sechs Jahren lerne ich dort täglich. Am Anfang wollte ich meine Spanischkenntnisse auffrischen. Es war es vor allem das Spielerische, das mich gehalten hat: kurze Einheiten, Belohnungen für kleine Schritte, Punkte, Abzeichen, Monatsplaketten. Es gab eine Zeit, in der mich der Wettstreit stark motiviert hat. Ich wollte Ziele erreichen, Level halten, nicht „rausfallen“.

Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, merke ich, wie wichtig genau diese Phase war. Nicht, weil sie perfekt war, sondern weil sie mich ins Tun gebracht hat. Lernen ohne große Hürden. Lernen ohne ständige Bewertung. Fehler machen dürfen und sie einfach noch einmal versuchen – mit Unterstützung, nicht mit Abwertung.
Heute hat sich meine Motivation verändert. Ich lerne nicht mehr für Punkte. Ich lerne, weil ich die Sprache hören mag. Mittlerweile mache ich Englisch. Diese Sprache liebe ich, sie ist aber nichts, was ich im Alltag selbstverständlich nutze – und genau deshalb ist es für mich ein bewusster Raum geworden. Kein Müssen, kein Leistungsziel, sondern ein Dranbleiben aus Freude.
Als ich vor Jahren Menschen gesehen habe, die einen Streak von tausend Tagen hatten, konnte ich mir kaum vorstellen, wie das möglich sein soll. Heute liegt mein eigener Streak bei über 2.000 Tagen. Mit vielen kleinen Schritten kommt man auch am Gipfel an, habe ich festgestellt- oder landet irgendwann im Universum…
Diese Erfahrung hat mein Verständnis von Lernen grundlegend geprägt. Und sie wirkt weit über das Sprachenlernen hinaus. Ich erkenne dieselbe Dynamik im Aufbau meines Business, in meiner eigenen Weiterbildung und ganz besonders in der Arbeit mit Kindern. Lernen gelingt dort, wo Freude im Vordergrund steht. Wo Fehler erlaubt sind. Wo niemand ständig darauf hingewiesen wird, was er noch nicht kann.
Gerade im schulischen Kontext sehe ich oft das Gegenteil: Druck, Vergleiche, Bewertung. Und genau hier liegt für mich ein zentraler Ansatzpunkt meiner Arbeit. Eltern dabei zu unterstützen, diesen Druck nicht weiterzugeben. Lernen wieder als etwas Lebendiges zu begreifen, nicht als reine Leistungserbringung. Denn die Aufgabe von Eltern ist aus meiner Sicht nicht, schulische Anforderungen zu verstärken, sondern die Freude am Lernen zu schützen und – wenn sie verloren gegangen ist – wieder zu wecken.
Dieses Dranbleiben, dieses kontinuierliche, freundliche Lernen ohne Zielvorgabe, ist für mich eines der wichtigsten Learnings dieses Jahres. Es zeigt mir immer wieder: Wachstum entsteht nicht durch Tempo. Sondern durch Beziehung. Zu sich selbst, zum Lernen und zu dem, was gerade möglich ist.
Viele erste Male erleben und dabei einfach machen
Ein weiterer roter Faden meines Jahres war das bewusste „Einfach machen“. Nicht aus Leichtsinn, sondern aus der Erkenntnis heraus, dass Warten auf den perfekten Moment oft nichts anderes ist als eine sehr elegante Form von Aufschieben. Gerade nach dem Ausstieg aus dem Beamtentum und mitten im Aufbau eines neuen beruflichen Weges wurde mir klar: Viele Dinge lassen sich nicht im Voraus klären. Sie klären sich im Tun.
So ist auch mein Blog entstanden. Ohne fertige Website. Ohne klares Konzept. Ohne zu wissen, wohin er sich entwickeln würde. Ich habe angefangen zu schreiben, weil ich gespürt habe, dass mir das Schreiben hilft, meine Gedanken zu sortieren. Dass es mir einen Raum gibt, um all das, was mich bewegt, in Worte zu fassen. Nicht für Reichweite, nicht für Strategie – sondern zunächst für mich. Das Blogtoberfest von Judith Peters war dafür der perfekte Einstieg, denn die To-Want-Liste wurde eine Art innere Leitplanke. Sie hat mich immer wieder daran erinnert, was ich eigentlich wollte – jenseits von To-do-Listen und äußeren Erwartungen. Manchmal lag sie einfach da. Manchmal habe ich sie vergessen. Und dann wieder hat sie mich zurückgeholt: zu meinen Wünschen, zu meinen Bedürfnissen, zu dem, was mir wichtig ist. Auch das war ein Teil dieses Jahres: mir zu erlauben, mich immer wieder neu zu erinnern.

Ähnlich war es mit dem Newsletter. Die Entscheidung, ihn zu starten, kam spontan. Auch hier war mir bewusst, dass der „Marketingsinn“ dahinter vielleicht noch nicht ausgereift war. Und trotzdem habe ich mich dafür entschieden, weil es mir Freude macht und weil es Ordnung in meine Gedanken bringt und ich zumindest schon mal einer kleinen Gruppe von Menschen Inspirationen geben kann. Einen Anteil an Spontanstart hatte auch Stefanie Schäfer, bei der ich einen 1:1 Call gewonnen hatte. So hatte ich zumindest eine erste Vorstellung, wie es gehen könnte. Danke dafür, Steffi!
Falls du dich ebenfalls von mir inspirieren lassen willst, kannst du dich hier für meine Post in dein E-Mailfach eintragen.
Ein besonders intensives erstes Mal war mein erstes Webinar. Ich war aufgeregt, unsicher, voller Fragen. Die Technik hat nicht funktioniert. Nichts lief so, wie ich es geplant hatte. Und dann hat mein Sohn spontan geholfen, sein Zimmer freigeräumt, damit es überhaupt möglich war. Am Ende war es nicht perfekt – aber es war echt. Und es hat funktioniert. Diese Erfahrung hat sich tief eingeprägt, weil sie mir gezeigt hat, dass Wirkung nicht aus Perfektion entsteht, sondern aus Echtheit und dem Mut, sich zu zeigen.

Auch meine Kreativkurse und Naturraum-Angebote sind auf diese Weise gewachsen. Aus einer spontanen Idee wurde ein erster Versuch. Aus dem Versuch wurden weitere Termine. Und aus guten Erfahrungen entstanden Weiterempfehlungen. Ich habe dabei sehr deutlich gemerkt: Am Anfang kennt einen niemand. Und nur weil Plakate hängen oder Posts auf Social Media existieren, heißt das noch lange nicht, dass Menschen wissen, was man tut.
Sichtbarkeit entsteht nicht durch Ankündigung allein, sondern durch Erleben. Durch Menschen, die etwas ausprobieren, gute Erfahrungen machen und davon erzählen. Dieses langsame, organische Wachsen war für mich ein wichtiges Learning. Es hat Geduld gebraucht – und Vertrauen.
Rückblickend war dieses Jahr geprägt von vielen ersten Malen. Nicht spektakulär im Außen, aber bedeutsam für mich. Ich habe Dinge begonnen, ohne zu wissen, ob sie „erfolgreich“ sein würden. Ich habe ausprobiert, verworfen, angepasst. Und ich habe gemerkt, dass genau darin mein Wachstum lag: im Erlauben, unterwegs zu lernen.
Dieses „Einfach machen“ war kein blinder Aktionismus. Es war ein bewusster Schritt weg vom Perfektionismus. Weg von der inneren Stimme, die sagt: Du musst erst noch mehr wissen, mehr können, besser vorbereitet sein. Und hin zu der Haltung: Ich darf anfangen. Und ich darf unterwegs wachsen.
Anbieten statt Rechtfertigen – eine neue innere Haltung
Ein weiterer zentraler Wandel in diesem Jahr hatte mit meiner inneren Haltung zu Angeboten zu tun. Lange Zeit war da das Gefühl, mich erklären zu müssen. Als müsste ich vorwegnehmen, warum das, was ich tue, sinnvoll ist. Als müsste ich begründen, warum jemand mit mir arbeiten sollte. Dieses innere Rechtfertigen war leise, aber wirksam – und es hat mich davon abgehalten, meine Angebote klar und selbstverständlich zu benennen.
Rückblickend erkenne ich, dass dieses Gefühl weniger mit meinen Fähigkeiten zu tun hatte als mit alten Prägungen. Mit der Vorstellung, dass man nur dann etwas anbieten darf, wenn es objektiv notwendig, allgemein anerkannt oder von außen bestätigt ist. Ich kenne dieses Muster schon lange: zu wissen, was mir guttut, und gleichzeitig zu spüren, dass ich mich dafür erklären soll. Genau hier lag für mich der innere Knoten.
2025 hat sich diese Haltung Schritt für Schritt gelöst. Nicht durch ein einzelnes Aha-Erlebnis, sondern durch Erfahrung. Durch die ersten Angebote, die ersten Rückmeldungen, die ersten Menschen, die gesagt haben: Genau das brauche ich gerade. Und durch die Erkenntnis, dass nicht jeder sich angesprochen fühlen muss – und dass das kein Mangel ist, sondern Klarheit.
Heute sehe ich meine Rolle deutlich anders. Ich verkaufe nichts. Ich biete an. Ich öffne einen Raum, in dem Eltern Unterstützung finden können, wenn sie spüren, dass es so wie bisher nicht weitergehen soll. Ich arbeite mit Menschen, die bereits innerlich an einem Punkt angekommen sind, an dem sie Veränderung wollen. Meine Aufgabe ist nicht, sie davon zu überzeugen. Meine Aufgabe ist, sichtbar zu machen, was möglich ist.
Mit dieser Klarheit hat sich mein Verhältnis zu Angeboten grundlegend verändert. Ich muss nichts rechtfertigen. Ich muss nichts kleiner machen. Ich darf benennen, wofür ich stehe, welche Erfahrung ich mitbringe und wie ich begleite. Ob jemand dieses Angebot annimmt oder nicht, liegt nicht in meiner Verantwortung – und das ist entlastend.
Diese Haltung gilt für all meine Bereiche: für meine Arbeit mit Familien rund um Schulstress und Lernen und meinen Coaching-Begleitungen, für Naturraum und Kreativangebote und auch für meine Tätigkeit als Gesundheitsförderin. Überall geht es für mich nicht darum, etwas durchzusetzen, sondern Möglichkeiten aufzuzeigen und den Raum zu öffnen, etwas anders zu machen.
Der Schritt von der Rechtfertigung zum Anbieten war damit kein strategischer, sondern ein innerer. Er hat mir Ruhe gegeben. Und eine neue Selbstverständlichkeit. Ich darf meinen Weg gehen, meine Angebote klar benennen – und darauf vertrauen, dass die richtigen Menschen sich angesprochen fühlen.
Wenn Familie sich verändert – Abschied, Verbindung und neue Wege
Ein weiterer prägender Bereich meines Jahres war unser Familienleben. Nicht, weil etwas grundlegend „schiefgelaufen“ wäre, sondern weil sich vieles verschoben hat. Still, schleichend und manchmal erst im Rückblick wirklich sichtbar. Familie ist kein Zustand, den man einmal erreicht und dann bewahrt. Familie ist Bewegung. Und genau das habe ich 2025 sehr deutlich gespürt.

Meine Jungs werden älter. Selbstständiger. Rückzug gehört mehr und mehr dazu. Technik nimmt einen größeren Raum ein, als mir lieb ist, und ich merke, wie sich dadurch gemeinsame Familienzeit verändert. Das löst in mir unterschiedliche Gefühle aus. Auf der einen Seite freue ich mich über ihre Entwicklung, ihre Eigenständigkeit, ihre Fähigkeit, ihren eigenen Interessen nachzugehen. Auf der anderen Seite spüre ich Trauer. Und manchmal auch Hilflosigkeit. Das Gefühl, dass etwas Gemeinsames leiser wird. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist für mich Ines Berger mit ihrem Pubertätscafé.
Diese Ambivalenz auszuhalten war ein wichtiges Lernfeld für mich. Abgrenzung ist notwendig, um selbstständig zu werden. Gleichzeitig bedeutet Familie für mich weiterhin Verbindung. Heute vielleicht weniger in langen gemeinsamen Unternehmungen, sondern in kleinen Momenten. Ein Gespräch zwischendurch. Ein gemeinsamer Weg. Ein kurzer Austausch, der Tiefe hat. Ich lerne, diese Momente bewusster wahrzunehmen und nicht an einem Bild von Familie festzuhalten, das längst nicht mehr passt.
Unsere gemeinsamen Erlebnisse als Familie waren vielfältig – und manchmal auch kompromissreich. Ein Sommerurlaub, bei dem nicht alle Programmpunkte gemeinsam stattfanden. Ein Tag, an dem jemand einfach auf dem Zimmer geblieben ist, obwohl ich es mir anders gewünscht hätte. Ausflüge, die kürzer waren, als ich sie geplant hatte. Und trotzdem wertvoll. Weil sie gezeigt haben, dass Familienzeit heute anders aussieht als früher. Nicht schlechter. Nur anders.

Ein großes Learning für mich war, meine eigenen Erwartungen zu hinterfragen. Zu schauen, wo ich mir selbst Bilder auferlege, wie es „sein sollte“. Und mir zu erlauben, diese Bilder loszulassen. Familie darf sich verändern. Und ich darf mitgehen, ohne mich selbst dabei zu verlieren.
In diesem Jahr habe ich auch gemerkt, wie wichtig es ist, Entscheidungen im Familienleben immer wieder neu zu justieren. Zu fragen: Wie ist es gerade? Komme ich damit zurecht? Möchte ich das so? Und was braucht es, damit es für alle Beteiligten tragfähig bleibt? Diese Fragen haben mich immer wieder zurückgeholt – weg von Automatismen, hin zu bewusster Gestaltung.
Dieses Kapitel meines Jahres war nicht laut. Es war leise, manchmal schmerzhaft, oft berührend. Und es hat mir gezeigt, dass Verbindung nicht an äußeren Formen hängt. Sondern an Präsenz, Offenheit und der Bereitschaft, sich gemeinsam weiterzuentwickeln und Dinge anders zu machen- so, dass sie für uns als Familie passen, für niemanden sonst.
Vielfalt als innerer Kern – aus der Tiefe heraus
Lange Zeit habe ich geglaubt, ich müsste mich entscheiden. Für ein Thema. Einen Weg. Eine klare Linie. Nicht unbedingt, weil ich es selbst so empfunden habe, sondern weil diese Vorstellung von außen immer wieder gespiegelt wurde: Wer erfolgreich sein will, muss sich fokussieren. Wer ernst genommen werden möchte, darf nicht zu viele Dinge gleichzeitig machen.
2025 war für mich das Jahr, in dem ich diesen Gedanken bewusst losgelassen habe. Nicht trotzig, nicht rebellisch, sondern klar. Ich habe erkannt, dass meine Vielseitigkeit kein Zeichen von Unentschlossenheit ist, sondern Ausdruck dessen, wie ich die Welt wahrnehme und begleite. Und dass genau darin meine Stärke liegt. Dieses Gefühl hat sich während des Mentorings bei der Fortune Family entwickelt und ist für mich das größte Learning dieser Zeit- es wiklich fühlen zu können.
Heute arbeite ich bewusst vielfältig. Mit Familien. Mit Kindern. In der Natur. Mit kreativen Prozessen. Mit systemischem Wissen, mit Erfahrungen aus Schule, Coaching, Naturpädagogik und alternativen Heilmethoden. Lange habe ich versucht, diese Bereiche voneinander zu trennen oder sie kleiner zu machen, um sie erklärbarer zu halten. Dieses Jahr habe ich mir erlaubt, sie zusammenzuführen.
Der rote Faden ist dabei klarer geworden als je zuvor. In all dem, was ich tue, geht es um dasselbe Anliegen: Familien zu entlasten. Eltern zu stärken. Kindern Räume zu eröffnen, in denen sie sich als wirksam erleben dürfen. Schule nicht als isoliertes System zu betrachten, sondern als Teil eines größeren Ganzen – eingebettet in Familienleben, Beziehung, Gesundheit und Alltag.
Gerade durch meine Vielseitigkeit kann ich Zusammenhänge sehen, die sonst leicht verloren gehen. Ich kann schulische Themen nicht losgelöst von familiären Dynamiken betrachten. Ich kann Lernprozesse nicht vom emotionalen Zustand eines Kindes trennen. Und ich kann Eltern nicht begleiten, ohne auch ihre eigenen Bedürfnisse und Ressourcen mitzudenken. Diese Perspektive ist kein Zusatz, sie ist mein Fundament.
Ein wichtiger innerer Schritt war für mich, aufzuhören, mich dafür zu rechtfertigen. Nicht alles muss in eine Schublade passen. Nicht alles braucht eine klare Kategorie. Manche Wege ergeben erst dann Sinn, wenn man sie rückblickend betrachtet. Und genau so fühlt sich mein beruflicher Weg an: nicht linear, sondern organisch gewachsen.
In diesem Jahr habe ich mir erlaubt, anders zu sein. Nicht im Sinne von Abgrenzung, sondern im Sinne von Anerkennung. Anders zu arbeiten. Anders zu denken. Und damit auch andere anzusprechen. Aus diesem Grundsatz hat sich dann auch meine Marke entwickelt: anders. macht Schule. Nicht jede Familie braucht das, was ich anbiete. Aber für die, die sich darin wiederfinden, ist genau diese Verbindung aus Natur, Kreativität, Wissen und Erfahrung oft das, was gefehlt hat.
Vielfalt bedeutet für mich heute nicht mehr Zerstreuung. Sie bedeutet Tiefe. Sie bedeutet, verschiedene Ebenen zusammenzubringen und daraus etwas Eigenes entstehen zu lassen. Und sie bedeutet, mir selbst zu erlauben, mich nicht ständig infrage zu stellen, sondern meinen Weg als stimmig anzuerkennen.

Sehr passend dafür fand ich zum Abschluss des Jahres den Adventskalender von Susanne Krüger, dem ich diese tolle Postkarte zu verdanken habe.
Dieses Kapitel meines Jahres hat mir gezeigt: Ich muss mich nicht kleiner machen, um klar zu sein. Ich darf ganz da sein – mit allem, was mich ausmacht.
Weitere schöne und besondere Momente in 2025
Mit meinen Studienmädels auf unserem Clubausflug der ReGis (Remember Gießen)- wo ich wohl studiert habe?- in Bonn.


An Fasching habe ich diesmal als Igel Mecki den Kinderfasching des 1. LCV die Haselnüß moderiert. Echt aufregend für so einen Igel!


Kurztrip nach Eisenach mit Drachenschlutwanderung, Wartburg und auf dem Heimweg am nächsten Tag einer Führung im Erlebnisbergwerk Merkers und einer Besichtigung von Point Alpha.











Die Natur bietet das ganze Jahr über tolle Motive, aber im Frühling/Sommer kann ich nur über die Farben und die Vielfalt staunen.




Das erste Mal live bei einem Dartsturnier in Frankfurt und einige der großen Namen fast hautnah erlebt. Das nächste mal lieber wieder vom Sofa aus…



Am meinem Geburtstag habe ich bei bestem Wetter einige Stunden im Wald verbracht, gelesen und mein Naturejournal bestückt, bevor ich mir ein leckeres Frühstüpk gegönnt habe. Herrlich!


Unser Familienurlaub in München bei bestem Wetter mit Stadtbummel und Gästeführerin Claudia- es war so schön, dass du Zeit für uns hattest- mit Abschluss im Englischen Garten. Außerdem standen die Besichtung des Deutschen Museums, der BMW Welt und des Olympiaparks mit epischen Feuerwerk auf dem Programm. Natürlich Zeit im Biergarten und zum Abschluss der Besuch der Bavaria Filmstudios. Schee war´s!










Am 70. Geburtstag meiner Mama haben wir bei herrlichem Wetter einen Überraschungsausflug in ihre Vergangenheit unternommen. Die ganze Familie in den dekorierten Bürgerbus der Gemeinde Linsengericht gepackt und los gings an Orte ihrer Vergangenheit. Es war ein toller Tag, an dem alles gepasst hat!



Im September haben wir Urlaub mit dem Camper ohne die Jungs gemacht (es war ja Schule) und mit der Hochzeit von Freunden in der Nähe der holländischen Grenze verbunden. Hannah, die Braut, habe ich 2021 bei meiner Naturpädagogikausbildung kennengerlernt. Sie hat in Barlo ein traumhaftes Grundstück mit naturpädagogischen Angeboten. Dort durften wir neben den Schafen mit unserem Camper stehen.
Auf dem Hinweg haben wir die Henrichshütte in Hattingen besichtigt. Ich liebe diese Industriedenkmäler. Das Ruhrgebiet ist perfekt dafür.
Von unseren Freunden aus konnten wir dann easy mit dem Fahrrad einen schönen Ausflug nach Holland in das nette Städtchen Winterswijk machen und ein weiteres Museum einbauen. In der Villa Mondrian gab es tolle Kunstwerke. Dort ist auch mein farbenfrohes Beitragsbild für meinen ersten Blogbeitrag entstanden.





In den Herbstferien haben wir dann den nächsten Freizeitpark besucht. Diesmal mit besonderen Öffnungszeiten, da die Halloweensaison schon angefangen hatte. Moviepark und Achterbahn im Dunkeln bei toller Beleuchtung war für uns alle ein besonderes Erlebnis und auf jeden Fall empfehlenswert!

Im Oktober stand dann für mich die European Convention von Eqology in Wien auf dem Programm. Meine erste Reise ganz alleine. Das war mir auf der Rückfahrt einen eigenen Beitrag wert. Danke an meine tollen Wegbegleiterinnen aus Tirol, die ich dort freitags getroffen habe. Wien ist und bleibt auf jeden Fall eine Reise wert!








Am Tag nach der Convention habe ich mir alleine tolle Ausstellungen in der Albertina angeschaut. Wie gesagt…ich liebe Museen…





Ein Nikolaus-Geschenke-Tag in Aschaffenburg. Mit dem Weihnachtsvariete Da Capo, shoppen und leckerem asiatischen Essen im Lyvy (wenige Plätze – wir hatten Glück – sehr zu empfehlen).



Mein 2025-Fazit
Worauf bin ich 2025 stolz?
Wenn ich auf 2025 zurückblicke, dann ist Stolz für mich kein lautes Gefühl. Es ist eher ein stilles Innehalten und das Wissen, dass ich mir selbst vertraut habe – auch dann, wenn der Weg nicht klar vor mir lag.
Ich bin stolz darauf, eine sichere Struktur losgelassen zu haben, weil ich meiner inneren Stimme mehr vertraut habe als dem Bedürfnis nach äußerer Absicherung. Dieser Schritt war nicht leicht. Sicherheit war lange ein wichtiger Anker für mich. Und doch habe ich gespürt, dass Festhalten allein mich nicht weiterträgt, wenn es sich innerlich nicht mehr stimmig anfühlt. Mich trotzdem zu bewegen, war ein bewusster Akt von Vertrauen – nicht ins Außen, sondern in mich selbst.
Ich bin stolz darauf, drangeblieben zu sein, auch in Phasen, in denen vieles offen war und sich nicht sofort gefügt hat. Unsicherheit durfte da sein, ohne dass ich den Weg verlassen habe. Ich habe mich Schritt für Schritt weiterbewegt, ausprobiert, angepasst und mir erlaubt, unterwegs zu lernen.
Ein wichtiger Teil meines Stolzes liegt darin, mir Hilfe geholt zu haben und dabei in mich selbst zu investieren. Begleitung anzunehmen, statt alles alleine tragen zu wollen, hat mich entlastet und gestärkt. Es war ein Abschied von dem Anspruch, alles selbst bewältigen zu müssen und zeigt mir immer wieder, wie einfach mir Vernetzung gelingt und mich erfreut.
Ja, auch auf meinen Streak bei Duolingo bin ich stolz, zeigt er mir täglich, dass ich es schaffe dranzubleiben, wenn ich möchte. Genauso, wie meine Fahrt nach Wien, die für mich auch eine Challenge war und die ich bestens gemeistert habe.
Wenn ich all das zusammennehme, dann zeigt sich mein Stolz nicht in einzelnen Ergebnissen, sondern in einer Haltung: Ich habe mich ernst genommen. Ich habe mir vertraut. Und ich bin meinen Weg gegangen und freue mich ihn weiter zu gehen.
Was habe ich 2025 über mich selbst gelernt?
2025 hat mir vor allem eines gezeigt: Entwicklung braucht weniger Druck und mehr Vertrauen. Viele Antworten, die ich gesucht habe, sind nicht durch Nachdenken entstanden, sondern durch Tun. Durch Ausprobieren, Innehalten, Korrigieren. Ich habe gelernt, dass ich nicht alles wissen muss, bevor ich losgehe – und dass Klarheit oft erst unterwegs entsteht.
Ein zentrales Learning war, wie wichtig es ist, Ziele und einen inneren Fokus zu haben. Nicht als starre Vorgaben, sondern als Orientierung. Ohne diesen Fokus wird man leicht vom Alltag und von äußeren Anforderungen gelebt. Mit ihm wird es möglich, bewusster Entscheidungen zu treffen und die eigene Energie gezielter einzusetzen.
Ich habe außerdem gelernt, wie entlastend es ist, Dinge nicht alleine tragen zu müssen. Austausch, Begleitung und ehrliche Gespräche haben mir immer wieder den Blick geweitet. Oft waren es nicht meine eigenen Antworten, sondern das Zuhören bei anderen, das mir neue Perspektiven eröffnet hat. Lernen ist für mich in diesem Jahr noch einmal viel stärker zu einem gemeinschaftlichen Prozess geworden.
Ein weiteres wichtiges Lernfeld war mein Umgang mit Perfektionismus. Ich habe erkannt, wie sehr er mich ausbremst, wenn ich ihm zu viel Raum gebe. 2025 durfte ich häufiger denken: Ich mache es jetzt einfach. Dieses Gefühl von „Ich bin genug und ich weiß genug“ war nicht immer da – aber es ist gewachsen. Und mit ihm eine neue innere Ruhe. Die Auseinandersetzung mit Glaubenssätzen ist oft anstrengend, aber sehr befreiend.
Besonders prägend war für mich die Erkenntnis, dass Vielseitigkeit kein Hindernis ist, sondern eine Qualität, wenn man sie aus der Tiefe heraus lebt. Dass ich nicht ständig alles infrage stellen muss, sondern lernen darf, mir selbst zu glauben. Wachstum bedeutet für mich heute nicht, mich ständig neu zu erfinden, sondern mir selbst näherzukommen.
Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass Vertrauen lernbar ist. In mich. In den Prozess. Und in die Tatsache, dass nicht jeder Schritt perfekt sein muss, um wirksam zu sein.
Erste Male 2025
Es gab dieses Jahr so viele erste Male wie noch nie zuvor in meinem Leben- außer wahrscheinlich als Kleinkind, aber daran erinnere ich mich ja nicht bewusst. Echt krass, wenn ich mir diese Liste so anschaue:
- das erste Jahr vollständig außerhalb des Schulsystems
- die bewusste Entscheidung, das Beamtentum hinter mir zu lassen
- der Aufbau einer Selbstständigkeit ohne fertigen Plan
- mein erster Blogartikel – ohne Website drumherum, einfach begonnen
- mein erster Newsletter in der ersten Schulwoche nach den hessischen Sommerferien
- mein erstes Webinar, inklusive Technikchaos und spontaner Unterstützung
- die ersten eigenen 1-zu-1-Kundinnen außerhalb des Schulsystems
- die ersten Kreativkurse für Kinder bei mir zuhause
- die ersten Naturraum-Angebote und Projekte im Rahmen der 55-Jahr-Feier der Gemeinde
- mein erstes Tagesseminar für Tagesmütter

- meine erste Reise ganz für mich allein
- Zeit an meinem Geburtstag allein im Wald und beim anschließenden Frühstück
- das erste Mal seit über zehn Jahren, wieder bewusst Fleisch zu essen
- das erste Mal, meine eigene Marke öffentlich zu zeigen

- das erste Mal mir meine Haare mit einer Schere abzuschneiden und zu rasieren

Was lasse ich im Jahr 2025 zurück und nehme es nicht mit in 2026?
2025 war für mich nicht nur ein Jahr des Aufbaus, sondern auch eines des Loslassens. Manche Dinge haben mich lange begleitet – nicht, weil sie mir gutgetan haben, sondern weil sie sich vertraut angefühlt haben. Dieses Jahr durfte ich beginnen, mich davon zu lösen.
Ich lasse das Mangeldenken zurück. Die ständige Frage, ob es reicht, ob ich genug bin, ob es sicher genug ist. Besonders in finanziellen Themen war dieses Denken lange präsent und eng verknüpft mit dem Bedürfnis nach Absicherung. 2025 habe ich begonnen, diesem inneren Muster weniger Raum zu geben und stattdessen Vertrauen wachsen zu lassen.
Ich lasse das übermäßige Sicherheitsdenken zurück. Die Vorstellung, dass ein Weg nur dann richtig ist, wenn er planbar, abgesichert und von außen anerkannt ist. Der Abschied vom Beamtentum hat mir sehr deutlich gezeigt, wie sehr Sicherheit auch begrenzen kann, wenn sie nicht mehr mit innerer Stimmigkeit einhergeht.
Ich lasse Vergleiche zurück. Mit anderen Wegen, anderen Geschwindigkeiten, anderen Erfolgsbildern. Sie haben mich oft von mir selbst weggeführt. Dieses Jahr habe ich gelernt, dass mein Weg kein Maßstab für andere sein muss – und umgekehrt genauso wenig.
Ich lasse den Glaubenssatz zurück, noch nicht gut genug zu sein. Nicht vollständig und endgültig, aber spürbar. Ich habe erfahren, dass ich nicht erst „fertig“ sein muss, um wirksam zu sein. Dass Lernen, Wachsen und Entwickeln Teil des Weges sind – nicht ein Zeichen von Mangel.
Und ich lasse das Gefühl zurück, mich ständig erklären oder rechtfertigen zu müssen. Für meine Entscheidungen. Für meine Vielseitigkeit. Für meinen Weg. 2025 hat mir gezeigt, dass Klarheit aus der Tiefe heraus entsteht – und dass ich diese Klarheit leben darf, ohne sie ständig abzusichern.
Was bleibt, ist ein ruhigerer Blick auf mich selbst. Mehr Vertrauen. Mehr Gelassenheit. Und die Gewissheit, dass ich meinen Weg nicht perfekt gehen muss, sondern ehrlich.
Damit schließt sich dieses Jahr für mich. Nicht mit einem Punkt, sondern mit der Vorfreude auf 2026. Darauf, auf dem Fundament dieses Jahres aufbauen zu können.
Mein 2025 in Zahlen
- 2.115 Tage Duolingo-Streak zum Jahresende

- 405 Follower auf meinen beiden Instagram-Accounts zusammen

- 1.469 Followerinnen und Follower meiner Seite auf Facebook
- 20 geschriebene Newsletter bei 33 Newsletter-Abonnentinnen

- 10 veröffentlichte Blogartikel seit Oktober
- 12 vollgeschriebene Doppelschulhefte mit Kursen, Ideen, Lern- und Entwicklungsprozessen

- 29 begleitete Menschen im Rahmen meiner Arbeit mit Ecology
- 28 begleitete Kinder im Naturraum
- 22 Jahre Lehrerin – von 2002 bis 2024
Mein Ausblick auf 2026
Was ich 2026 anders (besser) mache
2026 möchte ich bewusster mit meiner Energie umgehen. Weniger Ablenkung zulassen und mich stärker auf das fokussieren, was mich wirklich voranbringt. Nicht mehr alles gleichzeitig denken oder anfangen, sondern klarer priorisieren und Dinge reifen lassen dürfen.
Ich möchte mir mehr Pausen erlauben und diese nicht erst dann einplanen, wenn „alles erledigt“ ist. Gesundheit, Regeneration und innere Klarheit sollen ein selbstverständlicher Teil meines Alltags sein – nicht etwas, das hintenangestellt wird.
Beruflich bedeutet das für mich, Strukturen weiter aufzubauen und zu festigen. Meine Website soll online gehen und meine Arbeit klarer sichtbar machen. Ich möchte regelmäßig mit 1-zu-1-Kundinnen arbeiten und eine Community weiterentwickeln, in der Austausch, Orientierung und Entlastung möglich sind – rund um Schulalltag, Schulstress und die Frage, wie Lernen wieder leichter und verbindender werden kann.
Auch Kooperationen möchte ich 2026 gezielter angehen. Die Zusammenarbeit mit der SDW soll weiter wachsen, ebenso Projekte, die durch gemeinsames Gestalten entstehen. Weniger allein tragen, mehr miteinander entwickeln.
Im Privaten wünsche ich mir weiterhin bewusste Zeit als Familie. Zwei große Feste stehen an – die Konfirmation meines zweiten Sohnes und der runde Geburtstag meines Mannes – sowie ein gemeinsamer Familienurlaub.
2026 soll kein Jahr des „Mehr“ werden, sondern eines des „Besser“. Klarer, fokussierter und mit mehr Vertrauen in den eigenen Rhythmus.
So kannst du 2026 mit mir zusammenarbeiten
Meine Arbeit richtet sich an Eltern und Familien, die spüren, dass Schulalltag und Lernen so, wie es gerade läuft, zu viel geworden sind. Ich begleite dabei, neue Wege zu finden – weg von Druck und Dauerstress, hin zu mehr Freude am Lernen, Entlastung im Familienalltag und einer stärkeren Verbindung zueinander.
Neben 1-zu-1-Begleitungen und meinen eigenen Angeboten vor Ort in Linsengericht bin ich offen für Zusammenarbeit und Vernetzung. Ich freue mich über Kooperationen, Freebie-Tausch und gemeinsame Projekte, die Eltern stärken und Orientierung geben. Auch Gastartikel schreibe ich sehr gerne, wenn sich Themen und Haltung gut ergänzen.
Mir ist wichtig, dass Zusammenarbeit nicht aus Kalkül entsteht, sondern aus inhaltlicher Nähe und gegenseitigem Interesse. Ich glaube daran, dass gute Dinge wachsen, wenn man sich vernetzt, Wissen teilt und Räume miteinander öffnet.
Wenn du das Gefühl hast, dass sich unsere Wege berühren könnten – fachlich oder menschlich – dann freue ich mich über den Austausch. Kommentiere einfach hier unter dem Beitrag oder schreibe mich an unter: hallo@nicole-schrempf.de
Meine 7 Ziele für 2026
- Aufbau meiner Website, damit meine Angebote klar zu sehen sind
- Erstellung eines 0€-Produktes um Hausfgabenstress zu reduzieren
- Ausbau meiner E-Mailliste, um mehr Menschen unterstützen zu können. Falls du Impulse rund um Schulalltag und Vermeidung von Schulstress suchst, dann kannst du dich hier eintragen
- Kinder in meinen 3 Kreativkursen pro Woche zu begleiten mit monatlich wechselnden Schwerpunkten
- Strukturen schaffen, die mir Pausen ermöglichen und meine Arbeit effektiv sein lassen
- Freude haben an dem, was ich tue! Da ich netzwerken so liebe, möchte ich die passende Form einer Community aufbauen. Falls du an so etwas Interesse hast, oder gerne ein Teil davon wärst- wie auch immer es aussehen mag- kannst du dich gerne melden unter: hallo@nicole-schrempf.de
- Mein Motto für 2026 heißt: Trust myself
– nicht schneller, sondern stimmiger.Als ich den Beitrag zum Motto geschrieben habe, ist mir klar geworden, dass es gut für sich alleine stehen kann:)

Liebe Nicole, wow dein Jahresrückblick ist richtig toll geworden. Spannend, was du alles gerockt hast und toll zu sehen, wie viele Gemeinsamkeiten wir haben. Ich freue mich auf das neue Jahr mit dir. Lass uns gemeinsam die Lernwelt rocken 💪🏻
Liebe Doro!
Vielen lieben Dank, das kann ich nur zurückgeben. Ich freue mich, dass wir uns getroffen haben und uns gegenseitig begleiten können. Mal sehen, was wir 2026 alles auf die Beine stellen können.
Ich kenne mittlerweile soviele, die aus den verschiedensten Gründen den sicheren Hafen vom Beamtentum verlassen. Lernen muss definitiv neu gedacht werden.
Mir gefällt dein neuer Weg und wünsche dir viel Erfolg bei deiner Selbstständigkeit. Mit dem Einfach-machen-Mindset wird auch Zukunft noch viel passieren 🤩.
Liebe Claudia!
Ich höre es immer wieder, aber in meinem Umfeld kenne ich niemanden, der diesen Schritt gegangen ist.
Wie schön, dass du ebenfalls mit im Team „Lernen verändern“ bist. Wenn ich mit Kindern arbeite, merke ich immer wieder, wie einfach es im Spiel ist und wie viele Kompetenzen doch dabei erlernt werden. Dein Buch hört sich sehr spannend an! Vielleicht ist es ja auch was für mich?!
Liebe Grüße Nicole
Liebe Nicole,
Was für ein Bericht 🤩 auch wenn ich viel davon zumindest digital miterlebt habe, ist es der Wahnsinn, was bei dir letztes Jahr alles passiert ist! Ich freue mich auch in diesem Jahr daran teilhaben zu dürfen und gemeinsam mit dir zu wachsen. Es ist so bereichernd, dich in meinem Leben zu wissen und ich freue mich auf viele weitere Berichte, Anregungen und Erfahrungen von dir und bin weiterhin gerne bei unseren Brainstorming-Momenten dabei. Schön, dass wir uns gefunden haben und einfach alle genug füreinander sind 😍
Alles Liebe
Simone
Liebe Simone!
Ich freue mich auf das, was uns in unserer Podcast-Gruppe nächstes Jahr erwartet und hoffe, dass wir ein Live-Treffen in Frankfurt hinbekommen!
Alles Liebe, Nicole
Liebe Nicole,
allein der Fokus auf und für all die Worte und Fotos, die Du in diesem Block wahrhaftig aufleben lässt, ist unglaublich. Unglaublich bewusst, unglaublich verliebt, unglaublich angenommen und einfach wertgeschätzt. Für eine solche Reflexion darfst Du Dir auf die Schulter klopfen und wirklich danke sagen.
Das Ding mit der Achterbahn kennen sehr viele Menschen und uns ist bewusst, dass es hoch und runter geht und auch mehrere Momente da sind, in denen einem aus unterschiedlichen Gründen flau wird oder man auch mal schreit.
Im Freizeitpark habe ich aber die Möglichkeit, mir die Bahn anzuschauen und abzuwägen, ob ich einsteigen möchte oder doch lieber das Kinderkarrussel vorziehe. Klar, da ist es relativ monoton und beide Attraktionen haben ihre Vor- und Nachteile. Umso schöner ist es zu lesen, wie gut Du diese Fahrt gemeistert hast, was Du für Dich mitnimmst und welche weiteren Ideen und Ziele sich für Dich bilden.
Ich wünsche Dir dabei weiterhin die Energie und Zuversicht, Ruhe und Freude und bin sehr gern weiterhin ein kleiner Teil davon.
Liebe Grüße und eine Umarmung!
Liebe Loredana!
Ja, es hat mir wirklich viel Freude bereitet, mein Jahr rückblickend aufzuschreiben. Ich glaube, es hat meine sonstigen Rauhnachtsrituale ersetzt. Auch hier merke ich, dass Neues ausprobiert werden darf und danach entschieden werden kann, ob es sich bewährt hat. Für mich steht fest: Bloggen bereitet mir Freude!
Dir wünsche ich für 2026, dass du dein Karussell selbstbestimmt wählen kannst und es niemand von außen anschubst. Auf das in meinen nächsten Jahresrückblick eine gemeinsame Zeit Erwähnung findet.
Liebe Nicole,
wow, was für ein Jahresrückblick! Richtig toll und ausführlich und mit so vielen Einblicken!
Erst einmal kann ich nur sagen, wie sehr mich das betroffen macht mit dem Schulsystem… wie du schreibst “Das System, so wie es aktuell aufgebaut ist, bietet wenig Raum für individuelle Wege – weder für Kinder noch für Eltern noch für Lehrkräfte.” Eine gute Freundin von mir hat auch lange als Lehrerin gearbeitet und oft berichtet, wie viele in dem Bereich im Burnout landen, weil es einfach so eine harte Umgebung ist mit krass hohen Anforderungen. Aber trotz allem: Was für ein mutiger Schritt ins Ungewisse, das trauen sich ja die meisten nicht :-)Und ich kann nur bestätigen, wie wertvoll es ist, sich nicht alleine durch den ganzen Online Business Dschungel zu kämpfen 🙂 Ich bin auch ein großer Community-Fan und finde es auch so schön, in Masterminds zu sein oder auch mit anderen Kursteilnehmer*innen in den Austausch zu gehen. Finde es ganz toll, dass du einfach so mit vielen Dingen gestartet bist – Newsletter, Blog, Webinar – auch wenn nicht alles perfekt lief oder fertig war. Am besten lernt man ja eh beim Tun und nicht beim Überlegen 😀
Übrigens – weil du ja was für Eltern anbietest – trag dich super gern mit deinem Angebot auch auf [mamasdorf.com](http://mamasdorf.com) ein! Toll, dass deine Kids auch wenn sie schon älter sind noch mit euch was unternehmen 🙂
Ganz liebe Grüße und bis bald im Website-Kurs 😍
Liebe Stefanie!
Vielen Dank für deine Rückmeldung. Für das ganze Thema rund um Schule schlägt einfach mein Herz – ich glaube tatsächlich schon immer. Mal sehen, was sich da noch alles zum Positiven bewegen lässt. Irgendwas geht immer! Ich schaue gerne mal auf der Seite, vielen Dank für den Tipp.
Herzliche Grüße Nicole
Hallo liebe Nicole,
schön, was du schon in deiner Einleitung geschrieben hast, denn genauso verstehe ich dieses Wort auch: „Nicht Wachstum im Sinne von höher, schneller, weiter, sondern Wachstum als Prozess.“
Wow, der Abschied aus dem Beamtentum war wirklich ein mutiger Schritt. Ich weiß noch, wie es sich bei mir nach ca. 8 Jahren Anstellung im Großkonzern angefühlt hat, diese Art der Arbeitswelt und „Sicherheit“ für die Selbstständigkeit zu verlassen. Wie muss es dann erst nach Jahrzehnten im Beamtentum sein. Doch toll ist einfach, wie viel durch so eine Veränderung frei wird!
Auch diesen Satz von dir mag ich sehr: „Wissen, Erfahrung und persönliche Entwicklung sind das Einzige, was bleibt – unabhängig davon, wie sich Wege verändern.“ —> Wie wahr! Und ich bin auch großer Fan davon, immer wieder Neues / dazu zu lernen und finde persönliche Weiterentwicklung und damit auch Investitionen in sich selbst so wichtig.
Für mich ist es natürlich auch toll zu lesen, dass du seit unserem 1:1 Call im Sommer deinen Newsletter regelmäßig und mit Freude schreibst. So bin ich ja indirekt auch Teil deines Jahresrückblicks und der ersten Male, YAY! 🙌🏼😃
Den „Mecki“ finde ich super. 🎊
Und dein Motto fürs neue Jahr „Trust myself – nicht schneller, sondern stimmiger.“ fühle ich sehr. 😊 In diesem Sinne: Alles Gute dir für 2026!
Viele Grüße
Steffi
Liebe Steffi!
Vielen Dank für deine Worte.
Es stimmt wirklich. Ich werde das nochmal vermerken, denn vielleicht kannst du ja noch andere Menschen ermutigen mit einem Newsletter zu starten. Morgen ist Mecki wieder am Start. Kurzauftritt bei der Kindersitzung um den Kinderfasching zu bewerben.
Alles Liebe, Nicole